Häufige Fragen

Warum ein KFZ-Gutachten?
Um nach einem unverschuldeten Unfall den Schadensersatzanspruch gegenüber dem Unfallgegner, bzw. dessen Versicherung, in vollem Umfang geltend zu machen, muss der Schaden genau beziffert werden. Weiterlesen.

Gutachten oder Kostenvoranschlag - Wo ist der Unterschied?
Reicht ein Kostenvornschlag aus? Welche Rechte haben Sie im Schadenfall? Was ist mit den Punkten Wertminderung, Nutzungsausfall, oder Restwert etc.? Welche Risiken liegen bei Ihnen? Wir klären Sie über den Unterschied zwischen Gutachten und Kostenvoranschlag auf! Weiterlesen.

Wer bezahlt das Unfallgutachten?
Bei einem unverschuldeten Unfall trägt grundsätzlich der Schädiger bzw. dessen Versicherung die Kosten des Kfz-Sachverständigen.

Soll ich einen KFZ-Sachverständigen der gegnerischen Versicherung wählen?
Achten Sie immer auf einen unabhängigen und objektiven KFZ-Sachverständigen! Ein KFZ-Sachverständiger der gegnerischen Versicherung vertritt in erster Linie die Interessen der Versicherung, die für den Schaden aufkommen muss. Nutzen Sie Ihr Recht und wählen nach einem unverschuldeten Unfall Ihren KFZ-Sachverständigen selbst – unabhängig von Versicherungen. So können Sie sicher sein, dass Ihr Schaden in vollem Umfang von der generischen Versicherung anerkannt wird. Die Kosten für den KFZ-Gutachter werden komplett von der gegnerischen Versicherung übernommen.
Sondergutachten

Was soll ich tun bei einer Teilschuld, bzw. wenn die Schuldfrage noch nicht geklärt ist?
Auch wenn Sie eine Teilschuld an dem Unfall mittragen oder die Schuldfrage noch nicht geklärt ist, können Sie ein unabhängiges Gutachten bestellen. Gerne unterstützen wir Sie auch bei der Beweissicherung und Dokumentation des Schadens. Bei einer Teilschuld werden z.B. die Kosten für das Gutachten anteilsmäßig geteilt. Gerne beraten wir Sie in diesem speziellen Fall persönlich.
Rufen Sie uns unverbindlich an kostenlos unter Tel. 0800 / 66 00 99 00 oder Mobil 0175 / 54 55 466!

Was tun bei einem Unfall?
Tag für Tag passieren einige tausend Unfälle auf deutschen Straßen. Aber was soll man im Falle eines Unfalls tun? Hier finden Sie u.a. Unfallbericht zum Ausdrucken.
1. Sichern Sie die Unfallstelle! Warnblinker einschalten, Warnweste anlegen, Warndreieck aufstellen, Fahrbahn zügig verlassen und sich an einen sicheren Ort begeben

2. Erste Hilfe leisten / Polizei und Rettungsdienst informieren
Wenn Personen zu Schaden gekommen sind, leisten Sie Erste Hilfe und rufen die Polizei und den Rettungsdienst unter 110.
Wann sollten Sie immer die Polizei verständigen?
• bei Personenschäden
• bei einem großen Schaden an den beteiligten Fahrzeugen
• der Unfallgegner wirkt benommen und Sie haben den Verdacht auf Alkohol, Drogen oder sonstige Rauschmittel
• die Schuldfrage ist unklar.
• das Fahrzeug des Unfallgegners ist im Ausland zugelassen
• der Unfallgegner kann sich nicht ausweisen

3. Fotografieren und Unfallskizze zeichnen
Fotografieren Sie die Unfallstelle und die Fahrzeuge aus verschiedenen Perspektiven. Dokumentieren Sie alle entstandenen Schäden an den Fahrzeugen und den Unfallhergang. Fertigen Sie eine Unfallskizze an. Unser Unfallbericht hilft Ihnen dabei (>> Unfallbericht zum selberdrucken! (PDF-Dokument, 148kB))

4. Daten notieren
Für die Schadensregulierung ist es unbedingt notwendig mit dem Unfallgegner alle notwendigen Daten auszutauschen, unser Unfallbericht hilft Ihnen dabei (>> Unfallbericht zum selberdrucken! (PDF-Dokument, 148kB):
• die amtlichen Kennzeichen aller am Unfall beteiligten Fahrzeuge
• Namen und Kontaktdaten sowie Ausweis- oder Führerscheinnummer der Unfallgegner
• Versicherung und Versicherungsnummer der Unfallgegner
• Namen und Kontaktdaten von Zeugen, die den Unfall beobachtet und/oder Hilfe geleistet haben

5. Kontrollieren sie vor der Weiterfahrt die Verkehrssicherheit Ihres Fahrzeugs! Prüfen Sie Lenkung, Reifen und Fahrwerk. Verliert Ihr Fahrzeug Flüssigkeiten? Können die Räder frei drehen und beim Lenken einschlagen?
Was tun bei einem Unfall


Fachbegriffe - kurz erklärt!

Abzüge neu für alt
Abzüge neu für alt werden bei der Regulierung von Kaskoschadenfällen (geregelt unter A. 2.5.2. der AKB) werden vorgenommen, wenn
• bei einer Instandsetzung oder Reparatur Altteile gegen Neuteile getauscht
oder
• bei einem Fahrzeug ganz oder in Teilbereichen eine neue Lackierung vorgenommen wird.
Bei Krafträdern, Personenkraftwagen und Omnibussen darf bis zum Ende des vierten Jahres nach Erstzulassung nur ein Abzug auf Reifen, Lackierung oder Batterie vorgenommen werden, bei anderen Fahrzeugen gilt diese Beschränkung bis zum Ende des dritten Jahres nach Erstzulassung.

Bagatellschaden
Ein Bagatellschaden bezeichnet einen Unfallschaden, der eine Schadenshöhe von derzeit 750 - € nicht übersteigt. Ist die Schadenshöhe über der Bagatellgrenz hat der Geschädigte das Recht einen unabhängigen KFZ-Gutachter zu bestellen und die Kosten hierfür müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Andernfalls werden die Kosten für das Gutachten nicht übernommen.

Ein Bagatellschaden sollte in der Regel eindeutig sein. Der BGH befand, dass es sich um einen Bagatellschaden handelt, wenn lediglich oberflächliche Lackschäden zu erkennen sind (vgl. BGH WM 1987, 137 [unter II 2 b]; BGH WM 1982, 511; vgl. auch BGH NJW 1967, 1222; BGH DS 2008, 104, 106) und keine weiteren Blechschäden vorliegen und weitere Folgen ausgeschlossen werden können (BGH DS 2008, 104, 106). Ob ein Fahrzeughalter einen KFZ-Sachverständigen zur Begutachtung bestellen kann ist abhängig davon, ob für ihn ohne Zweifel ersichtlich war, dass der vorliegende Schaden rein oberflächlich war, nur die Lackierung betraf und die Bagatellschadengrenze nicht übersteigt. Nach ständiger Rechtsprechung des BGH ( vgl. etwa: BGHZ 160, 377, 383; BGH VersR 2006, 986, 987; BGH VersR 2007, 516, 517; BGH VersR 2008, 235, 237) entscheidet die Kenntnis des geschädigten Kfz-Halters, wie der Schaden sich für ihn als technischen Laien darstellt ( vgl. auch OLG Karlsruhe NJW 1988, 1333 = VersR 1989, 191).
Auch vermeintlich kleine äußerliche Schäden können zu hohen Reparaturkosten führen, dies ist für einen Laien nicht erkennbar. Demnach vertreten bereits verschiedene Amtsgerichte die Auffassung, dass dem Geschädigten ein Sachverständiger nicht abgesprochen werden kann. (AG Bochum VAR 1980, 374; AG Freiburg VersR 1987, 1103 L; AG Köln VersR 1988, 1251; AG Lingen SP 1999, 178; AG München VersR 1999, 332, BGH NJW 2005, 356).

Ihr Vorteil: Wir beraten Sie kostenlos oder besichtigen den Schaden vor Ort und informieren Sie, ob ein Bagatellschaden vorliegt oder ob ein KFZ-Gutachten zulässig ist.
Ist der Schaden an Ihrem Fahrzeug tatsächlich unter der sogenannten Bagatellgrenze (ca. 750,- €) bezahlt die regulierende Versicherung kein KFZ-Gutachten. Allerdings ist ein Kostenvoranschlag oft nicht ausreichend, um alle Schadenspunkte für Sie risikofrei zu ermitteln. In diesem Fall bieten wir Ihnen die Erstellung eines günstigen Kurzgutachten an.

Gerne beraten wir Sie kostenlos unter Tel. 0800 / 66 00 99 00 oder nutzen Sie unser Kontaktformular!

Beilackierung
Unter "Beilackierung" versteht man eine partielle Lackierung von Kfz-Teilen, bei der, der im Schadensbereich aufgetragene neue Lack weich in den nicht beschädigten Lackbereich übergeht.
Besonders die Farbtonangleichung ist schwierig. Ob generell eine Farbtonangleichung erforderlich ist oder diese nicht möglich ist, wird bei der Erstellung eines KFZ-Gutachtens berücksichtigt und durch den KFZ-Sachverständigen individuell dokumentiert.

Haftpflichtschaden
Gemäß § 249 BGB ist der Verursacher bei einem Haftpflichtschaden verpflichtet, dem Geschädigten den durch den Unfall erlittenen Schaden zu ersetzen. Der Schadenserstz muss so gestellt sein, dass der Geschädigte durch den Unfall keinerlei Nachteile hat.

Bei einem Haftpflichtschaden tritt die Haftpflichtversicherung des Verursachers für den verursachten Schaden ein. Der Geschädigte muss gegenüber dieser seine Schadensersatzansprüche geltend machen, gerichtlich oder außergerichtlich.
Im Gegensatz dazu leistet die Kaskoversicherung bei eigenen Ansprüchen gemäß der abgeschlossenen vertraglichen Bedingungen.

HIS "Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft"
Hinter der sogenannten HIS-Datei versteckt sich das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft (HIS), also die Warn- und Hinweisdatenbank der Versicherungsunternehmen (organisiert im Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Gerne wird diese auch als "Schwarze Liste" bezeichnet. In dieser befinden sich Informationen zu Versicherungsnehmern, die ein höheres Risiko darstellen. Seit September 2010 ist es möglich einmal jährlich die eigenen Daten kostenlos abzufragen. Gerne helfen wir Ihnen bei der Antragsstellung für Ihre Selbstauskunft.

Vorteile für Sie:
Dank der HIS-Datei ist die Leistungsverweigerung einer Versicherung aufgrund von vergessenen Voschäden schwierig. Vergisst zum Beispiel der Fahrzeughalter gegenüber der Versicherung einen Vorschaden anzugeben, kann die Versicherung die Schadensübernahme ablehnen, da davon ausgegangen wird, dass die vorherige Schadensersatzleistung nicht für eine Reparatur verwendet wurde. Beantragt der Fahrzeughalter aber unmittelbar nach dem Unfall die Selbstauskunft der HIS-Datei - dies übernimmt im Regelfall der KFZ-Sachverständige oder Anwalt für Sie - kann auf die unterschiedliche Bearbeitungszeiten der Informationsbeschaffung hingewiesen werden und durch die Beantragung der Selbstauskunft signalisiert werden, dass keine Angaben verschwiegen werden sollten.
Auch beim Gebrauchtwagenkauf kann Ihnen die HIS-Datei helfen. So ist der Verkäufer eines Gebrauchtwagen verpflichtet alle Schäden des Fahrzeugs dem Käufer gegenüber anzugeben. Handelt es sich also laut Vertrag um einem unfallfreien Gebrauchtwagen, hat der Käufer die Möglichkeit diese Angaben mit der HIS-Selbstauskunft zu prüfen. Wurden falsche Angaben gemacht, kann der Käufer vom Vertrag zurücktreten oder Schadenersatz beanspruchen.

Integritätsinteresse
Grundsätzlich ist das Wirtschaftlichkeitsgebot beim Schadensersatzrecht anzuwenden. Das bedeutet, der geschädigte Eigentümer muss die Möglichkeit zum Schadensausgleich mit dem geringsten Aufwand wählen.
Es gibt jedoch eine Ausnahme. Besteht ein besonderes Integritätsinteresse an der Wiederherstellung seines Fahrzeugs, kann der geschädigte KFZ-Eigentümer beim Ersatz von Reparaturkosten bis zu 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert seines Fahrzeuges beanspruchen.

Eine Reparatur muss fachgerecht und in dem Umfang und Kostenschätzung, wie im Schadensgutachten durch den KFZ-Sachverständigen beschrieben, durchgeführt werden. Liegen die Reparaturkosten über 130% des Wiederbeschaffungswertes, so gilt eine Reparatur als wirtschaftlich unvernünftig.

Demnach ist der Integritätszuschlag dem Geschädigten nur dann zu gewähren, wenn das Fahrzeug vollständig und fachgerecht repariert wird. Der Geschädigte muss so sein Interesse an der Erhaltung des Fahrzeugs, nicht an seiner Mobilität zeigen. Die Rechtssprechung hat demnach eine sechsmonatige Nutzungszeit nach dem Unfall gefordert (nur bei fiktiver Abrechnung). Erfolgt die Abrechnung mittels Reparturkostenrehnung ist der KFZ-Eigentümer nicht an die Sechsmonatsfrist gebunden.

Kaskoschaden
Hat der Versicherungsnehmer Schäden durch einen selbstverschuldeten Unfall an seinem Fahrzeug, liegt ein Kaskoschaden (Vollkasko) vor. Dieser wird entsprechend der Versicherungsbedingungen durch die Kaskoversicherung ersetzt. Die Kaskoversicherung ist im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung keine Pflichtversicherung, sondern eine optionale Zusatzversicherung. Der Versicherungsnehmer trägt meistens selbst einen Teil des Schadens, je nach vereinbarter Selbstbeteiligung.

Kosten der Reparaturbestätigung
Macht der Geschädigte eine Nutzungsausfallentschädigung geltend und bestellt zur Abrechnung einen Schadensgutachter, sind die Kosten einer Reparaturbescheinigung und der Nachbesichtigung durch einen KFZ-Sachverständigen als unmittelbare Folge des Unfallgeschehens ebenfalls vom Verursacher oder dessen Kfz-Haftpflichtversicherung zu erstatten.

Jeder KFZ-Eigentümer hat die Wahl sein Fahrzeug in einer Fachwerkstatt oder privat reparieren zu lassen. Auch wenn der Schaden selbst repariert wird, darf der Fachwerkstattpreis gefordert werden. Allerdings darf im Rahmen der Schadensgeringhaltungspflicht auf preisgünstigere freie Werkstätten verwiesen ewrden, wenn dies dem Geschädigten zumutbar ist.

Für die Schadenregulierung ist ein im Regelfall durch einen Kfz-Sachverständigen erstelltes Schadengutachten mit allen Kosten der Instandsetzung nötig. Nach der erfolgten Instandsetzung können Fotos des reparierten Fahrzeugs als Beleg dienen. Darüber hinaus ist es sinnvoll das Fahrzeug durch den bereits beauftragten Gutachter bestätigen zu lassen.

Oft bestehen Versicherungen darauf, dass die Reparaturrechnung der ausführenden Werkstatt vorgelegt wird. Dies ist bei Vorlage eines Schadensgutachten nicht nötig und ist für die Auszahlung des Schadensersatz nicht verpflichtend. Es ist dem Geschädigten überlassen, ob und wann er das Fahrzeug reparieren lässt oder selbst repariert. Wird also das Fahrzeug in einer Werkstatt mit einem geringeren Kostenaufwand, der unter dem im Gutachten festgelegten Aufwand liegt, oder vom geschädigten selbst repariert, kommt die Ersparnis allein dem Geschädigten zugute. Die gegnerische Verischerung darf also nicht die Vorlage der Reparaturrechnung verlangen.

Nachbesichtigungsrecht
Teilweise wird von den schadenersatzpflichtigen Kfz-Haftpflichtversicherer eine Nachbesichtigung des Unfallfahrzeugs verlangt. Dies wird auch zur Bedingung für die Auszahlung der Schadenersatzleistung verwendet. Rechtlich gesehen ist dieses Vorgehen falsch und entspricht nicht der geltenden Gesetzgebung.

Ein Nachbesichtigungsrecht besteht nur, wenn ein Verdacht auf betrügerische Geltendmachung von Unfallschäden vorliegt oder aber bei der Behauptung, Vorschäden seien vorsätzlich verschwiegen worden. Desweiteren darf die Zahlung des Schadensersatz nicht bis zur Nachbesichtigung zurückgehalten werden, der Geschädigte darf mit dem Schadensgutachten abrechnen.

Auch braucht der Geschädigte der Versicherung keine Nachbesichtigung des Unfallschadens durch einen eigenen Sachverständigen einräumen. Für die Schadensregulierung ist es ausreichend, wenn der Geschädigte ein KFZ-Gutachten eines anerkannten KFZ-Sachverständigen vorlegt.

Nutzungsausfall
Wird während der Dauer der Reparatur eines nicht selbst verschuldeten Unfall kein Erstzfahrzeug angemietet, hat der Geschädigte Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung gemäß § 249, Abs. 2 BGB. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung hängt von der Dauer der Reparatur und der Fahrzeugklasse ab. Dies wird auch in dem Schadensgutachten angegeben. Der jeweilige Tagessatz ist in den Tabellen "Sanden, Danne, Küppersbusch" nachzulesen. Daraus lässt sich die Höhe der Geldentschädigung für den Nutzungsausfall bestimmen.

Restwert
Der Restwert bezeichnet den Marktwert eines durch einen Unfall beschädigten Fahrzeuges bei Haftpflicht- wie Kaskoschäden. Dieser wird durch einen Kfz-Sachverständigen gemäß § 9 Bewertungsgesetz am sogenannten relevanten Markt ermittelt. Der Kfz-Sachverständige hat die Grundlagen offen zu legen, anhand derer er den Restwert ermittel hat.

Ist es kein offensichtlichen Reparaturschaden, muss der Kfz-Sachverständige alle auf den Wiederbeschaffungswert relevanten Faktoren ermitteln und darstellen. Dazu zählen der Wiederbeschaffungswert,der Restwert, mögliche Ausfallzeiten und weitere Kosten. Die früher gängige "70 % -Grenze" ist bei der Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes gemäß der IFS-Richtlinie nicht mehr anwendbar. Der KFZ-Sachverständiger hat im Gutachten die konkreten Restwertangebote des jeweils regionalen allgemeinen Marktes aufzuführen.

Totalschaden
Ein Totalschaden liegt dann vor, wenn die Wiederinstandsetzung eines Schadens unmöglich (technischer Totalschaden) oder wirtschaftlich unverhältnismäßig (wirtschaftlicher Totalschaden) ist. Ist das Fahrzeug völlig zerstört oder die Instandsetzung unmöglich handelt es um einen technischen Totalschaden. Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn keine Reparaturwürdigkeit des Fahrzeug vorliegt, da die für die Reparatur aufzuwendenden finanziellen Mittel im Vergleich zum Wiederbeschaffungswert zu hoch sind, auch wenn eine Instandsetzung möglich sein kann.

Möchte der Antragsteller trotz der Reparaturwürdigkeit den Schaden an seinem Fahrzeug nicht reparieren lassen und auf Basis eines Totalschadens abrechnen, spricht man von einem unechten Totalschaden. Diese Abrechnung ist nur möglich, wenn Summe aus Reparaturkosten und Wertminderung höher ist als die Differenz zwíschen Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes. Die Versicherung darf die kostengünstigste Variante wählen.

Verbringungskosten
Als Verbringungskosten bezeichnet man die Kosten, die entstehen, um das Fahrzeug für eine Instandsetzung zur Werkstatt oder zum Lackierer zu überführen. Daher hat der Geschädigte eines Unfalls Anspruch auf die Übernahme der Verbringungskosten durch die Versicherung des Unfallverursachers. Der KFZ-Sachverständige dokumentiert die Höhe der Verbringungskosten in seinem Schadengutachten.

Auch für die Überführungskosten bestehen Schadensersatzansprüche gegenüber der Kfz-Haftpflichtversicherung des Schädigers. Der Anspruch besteht auch bei fiktiver Schadenabrechnung, also auf Basis des Schadensgutachten abgerechnet wird. Die Dispositionsfreiheit überlässt den Geschädigten die Wahl, ob und wann er das bei einem unverschuldeten Unfall beschädigte Fahrzeug reparieren lässt oder den Schadensersatz anderweitig nutzt. So kann der Geschädigte auch bei einer Eigenreparatur die Erstattung der Verbringungskosten verlangen.

Wertverbesserung (im Haftpflichtschaden)
Führt die Instandsetzung eines Haftpflichtschadens dazu, dass der Veräußerungswert des Unfallfahrzeuges erhöht wird, bezeichnet man dies als Wertverbesserung. Der KFZ-Sachverständige muss prüfen, ob mögliche unreparierte Vorschäden vorhanden waren oder starker Verschleiß vorlag und diese durch den Unfallschaden instandgesetzt und verbessert wurden.

Ergibt sich durch die Reparatur des Unfallschadens eine bedingte Wertverbesserung, erhöht sich der Gesamtwert des Fahrzeugs. Dies muss im Gutachten ausgewiesen werden, da eine Bereicherung des Geschädigten durch einen Unfall nicht stattfinden darf.